| Welches sind
die wichtigsten Lebensthemen? Liebe ist wohl eines (daher gibt es Liebewohl),
Glück ist wohl ein anderes wichtiges, und daher gibt auch die
Webseite gluecksarchiv.de:
Die Website über alles, was mit "glücklich sein" zu tun hat. |
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Befindet sich ein Paar in einer Beziehungskrise, fällt es
manchmal schwer herauszufinden, was denn genau falsch läuft
und warum es zur Krise gekommen ist. Wenn man aber nicht
weiß, an welchen Schwachstellen der Beziehung sich die Krise
entzündet hat, weiß man auch nicht, wo man als Paar ansetzen
kann, um wieder in den grünen Bereich zu kommen, ja man hat
vielleicht sogar den Eindruck, dass insgesamt nichts mehr
funktioniert.
Die Paartherapeutin Mira Kirshenbaum hat in ihrem Buch
"Ich
will bleiben, aber wie? Neuanfang für Paare. Ein
Beziehungs-Check" zehn der typischsten Ursachen
für Beziehungskrisen nach Häufigkeiten geordnet:
1. Die Grundversorgung vernachlässigen
Wenn sich ein Partner des anderen zu sicher ist, kann es
passieren, dass er "die Grundversorgung
vernachlässigt." "Grundversorgung" heißt in
diesem Zusammenhang vor allem das, was unter "Wege für
eine gute Beziehung" beschreiben ist. Ist die
Beziehungskrise bereits vorgeschritten, wurde wahrscheinlich
nicht nur die Grundversorgung vernachlässigt, sondern die
Partner haben vielleicht schon mit Verhaltensweisen begonnen,
die in einer Liebesbeziehung nichts zu suchen haben, z.B. mit
Lügen, Herabwürdigungen, auf Kosten des Partners handeln,
immer nur negativ sein, aneinander vorbeileben, Streit ins
Leere führen, den anderen kontrollieren oder ihm misstrauen;
ihn verletzten, unversöhnlich sein.
2. Den Partner abwerten
Wenn die anfängliche Verliebtheit nachlässt und die
Schwachpunkte des Partners bemerkt werden, kann es sich
einschleichen, dass ein Partner beginnt, den anderen
abzuwerten, in eine Schublade zu stecken, ihn zu erniedrigen
oder ihm unbedingt "auf die Sprünge helfen will".
Alle diese Verhaltensweisen sind für eine Beziehung nicht
hilfreich, der betroffene Partner reagiert typischerweise
darauf mit Rückzug oder auch mit Kampf.
3. Der Alltagsstress nagt an der Liebe
Beziehung braucht Zeit und einen Platz im Alltag. Viele
Dinge können zu einer Belastung der Beziehung werden, z.B.
ein neuer Job, ein kritischer oder fordernder Chef,
Überstunden, aber auch das erste Kind oder Sorgen wg.
Krankheit oder auch Finanzen. Wer erschöpft ist, ungeduldig
oder verärgert, geht sich vielleicht zuerst aus Rücksicht
aus dem Weg, doch daraus kann bald ein "Nebeneinander
herleben" werden.
4. Die Mauer aus Schweigen
"Die Mauer aus Schweigen" heißt, nicht mehr
offen, direkt und unverkrampft miteinander reden können.
Häufig kommt es dazu, wenn einer der beiden Partner (oder
beide) eine unrealistische Sichtweise vom anderen hat. Diese
führt zu Erwartungen, die nicht erfüllt werden können, die
Enthüllung dessen führt zu Enttäuschung, die zur
Zurückweisung, die wiederum dazu, dass sich der Partner nicht
mehr sicher fühlt und sich deshalb versteckt und stillhält.
Am Ende sind sich beide Partner entfremdet und distanziert,
sind wütend aufeinander oder auch traurig.
5. Unerfüllte Bedürfnisse
"Unerfüllte Bedürfnisse" bedeutet, darum
kämpfen zu müssen, dass der Partner die eigenen Bedürfnisse
befriedigt.
6. Unerfüllte Sexualität
"Unerfüllte Sexualität" bedeutet, dass einer
der beiden Partner oder auch beide nicht mit dem Sexleben, wie
es ist, in Einklang befindet/befinden und damit zufrieden ist.
7. Wenn die Gegensätze sich nicht ergänzen
Wenn die Gegensätze sich nicht ergänzen, haben Paare
Probleme, weil die beiden Partner vielleicht einfach zu
verschieden ist, z.B. beim Lebensstil oder auch den
zugrundeliegenden Werten. Wenn sich dann noch mangelnde
Akzeptanz einstellt, kann es dazu kommen, dass der Draht
zueinander verloren geht. Die aktuell häufigen Diskussionen
über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen gehen in
die gleiche Richtung. Wenn es schließlich zu
unterschiedlichen Meinungen in vielen kleinen Dingen kommt,
wird es unter Umständen immer schwieriger, einen Mittelweg zu
finden.
8. Das Gift der alten Wunden
"Das Gift der alten Wunden" sind Wunden aus der
Vergangenheit, die noch nicht verheilt sind und die der
Partner einem zugefügt hat. Das können z.B. Verletzungen
sein, die durch Betrug (nicht nur Untreue, auch anderes),
Angst, Verunsicherung oder auch Verlust entstanden sind, mit
der Folge, dass Bitterkeit, Gram, Streitereien oder Schmerz
entstand.
9. Persönlichkeitsprobleme
Manchmal entstehen Beziehungskrisen gar nicht in der
Beziehung selbst, sondern deshalb, weil einer der Partner ein
psychologisches Problem hat, z.B. depressiv ist, Alkoholiker
ist, Drogen oder andere Suchtmittel nimmt, fixen Ideen
(Aberglauben, Einbildungen etc.) nachhängt, ungewöhnlich
ängstlich ist, süchtig ist (z.B. Spielsucht) oder extremen
Stimmungsschwankungen unterliegt.
10. Die „Erwartungen-gleich-Null“-Falle
Die „Erwartungen-gleich-Null“-Falle ist ein
Teufelskreis, in den man ein seiner Beziehung geraten kann: Je
weniger man erwartet, desto weniger gibt man von sich - - Je
weniger man gibt, desto weniger bekommt man - je weniger man
bekommt, desto weniger erwartet man - (usw.)
Schließlich haben die Partner keine Lust mehr, mit dem
anderen etwas zu unternehmen, es kommt zu Rückzug, Routine,
Langeweile, keine Erwartungen und fehlender Respekt.
Zitate
Niemand geht gerne zu einem Ehepaar in Krise, versteht
sich, es liegt in der Luft, selbst wenn man nichts davon
weiß, und der Besucher hat das Gefühl, einem
Waffenstillstand beizuwohnen, er kommt sich als Notbrücke
vor, er fühlt sich irgendwie missbraucht, zu einem Zweck
eingesetzt, und das Gespräch wird unfrei, der Übermut in
vorgerückten Stunden wird gefährlich, plötzlich wird mit
Witzen geschossen, die etwas zu scharf sind, etwas vergiftet,
der Besucher merkt mehr, als die Gastgeber preisgeben wollen;
es ist gemütlich wie auf einem Minenfeld ein solcher Besuch
bei einem Ehepaar in Krise, und wenn nichts platzt, so riecht
es doch allenthalben nach heißer Beherrschung. Und wenn es
auch zutreffen mag, was die Gastgeber sagen, nämlich dass es
für sie der netteste Abend seit langem gewesen ist, man kann
es verstehen; aber man lechzt nicht nach der nächsten
Einladung, und die Hindernisse häufen sich unwillkürlich, in
der Tat, man hat kaum noch einen freien Abend. Man bricht
nicht mit einem Ehepaar in Krise, gewiss nicht. Man sieht sich
nur etwas seltener, und infolgedessen vergisst man das
Ehepaar, wenn man selber eine Einladung macht, unwillkürlich,
absichtslos.
(Max Frisch: Stiller)
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