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Es ist nicht einfach, die Liebe zu definieren. Daher
folgen nun drei ganz unterschiedliche Ansätze mit dem Ziel,
sich einer Definition von mehreren Seiten anzunähern...
Wikipedia
Die Wikipedia definiert "Liebe" wie folgt:
Liebe (von mhd. liebe „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist
im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung,
die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig
ist. Analog wird dieser Begriff auch auf das Verhältnis zu
Tieren oder Sachen angewendet. Im weiteren Sinne bezeichnet
Liebe eine ethische Grundhaltung („Nächstenliebe“), oder
die Liebe zu sich selbst („Selbstliebe“).
Im ersteren Verständnis ist Liebe ein Gefühl oder mehr
noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer
Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder
Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und
sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen
ausdrückt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um
eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes („Elternliebe“)
handelt, um eine enge Geistesverwandtschaft („Freundesliebe“)
oder ein körperliches Begehren („geschlechtliche Liebe“).
Auch wenn letzteres eng mit Sexualität verbunden ist, bedingt
sich auch in letzterem Falle beides nicht zwingend (z. B. sog.
„platonische Liebe“).
Hans Jellouschek: Wie Partnerschaft gelingt - Spielregeln
der Liebe
Der deutsche Beziehungsforscher und Eheberater Hans
Jellouschek fragt in seinem Buch "Wie Partnerschaft
gelingt - Spielregeln der Liebe" weniger "Was ist
Liebe" als vielmehr "Was bedeutet Liebe?". Hier
seine Antworten in einer Zusammenfassung:
Liebe ist nicht Verliebtheit. Verliebtheit kann am Anfang
da sein. Verliebtheit als Zustand vergeht aber in der Regel,
auch die Gefühlsintensität nimmt ab - dennoch kann die Liebe
bleiben.
Liebe ist ein Prozess und kein Ereignis, der Prozess muss
aktiv gestaltet werden, er passiert nicht ohne unser Zutun.
Liebe ist ein Entwicklungsweg mit Höhen und Tiefen, d.h.
auch mit Krisen. Richtig genutzt werden Krisen zu Chancen, an
ihnen zu wachsen, können aber auch die Beziehung in Gefahr
bringen.
Liebe erfordert, den Ausgleich zwischen Autonomie und
Bindung zu finden, das Wechselspiel zwischen "Ich"
und Wir", wenn sich Zeiten der Nähe und der Distanz
abwechseln.
List heißt auch, eine gemeinsame Geschichte zu haben und
das Gefühl zu haben, nicht alleine zu sein.
Francois Lelord: Hector und die Geheimnisse der Liebe
Im Roman "Hector
und die Geheimnisse der Liebe" von Francois Lelord
geht der junge Psychiater Hector den Fragen nach, die viele
seiner Patienten und schließlich auch ihn selbst bewegen:
Warum verlieben wir uns in jemanden, der gar nichts von uns
wissen will? Warum liebt manchmal der eine mehr als der
andere? Kann man nicht für immer verliebt bleiben? Warum
fühlt man sich in einer Liebesbeziehung manchmal so allein?
Warum liebt manchmal der eine mehr als der andere?
Nach einer Odyssee um die Welt ist für ihn neben machen
Überlegungen zu den genannten Fragen klar, was (für ihn)
eigentlich die Liebe ausmacht. Hier sind seine Ergebnisse:
Erste Komponente der Liebe: Erfülltheit
Das Glück, dem geliebten Wesen einfach nahe zu sein. Das
Gefühl der inneren Ruhe, wenn wir das geliebte Wesen lachen,
schlafen oder nachdenken sehen, das unvergleichliche Glück,
einander einfach nur zu umarmen.
Zweite Komponente der Liebe: Freude am Geben
Man ist glücklich darüber, andere glücklich zu machen.
Man sagt sich, dass, das geliebte Wesen mit uns Arten des
Glücks kennen lernt, die ihm sonst verschlossen geblieben
wären, dass wir ein neues Licht in sein Leben gebracht haben,
genauso, wie es selbst ein Licht in unser Leben brachte.
Dritte Komponente der Liebe: Dankbarkeit
Wir sind erstaunt und entzückt über alles, was wir dem
geliebten Wesen verdanken, über die Freuden, die es uns
gespendet hat, über die Art und Weise, wie es uns größer
werden ließ, wie es uns Selbstvertrauen spendete und uns zu
verstehen wusste, wie es Vergnügungen und Kummer mit uns
teilte.
Vierte Komponente der Liebe: Selbstvertrauen
Es macht uns froh, dass wir wir selbst sind, denn
schließlich liebt das geliebte Wesen ja gerade uns mit
unseren Stärken und Schwächen. Trotz aller
Schicksalsprüfungen und Fehlschlüge, der Kritik der anderen
und der Unwirtlichkeit der Welt fühlen wir ein bisschen
Vertrauen in uns, und das aufgrund der einen Sache, die für
uns wirklich zählt: der uns geschenkten Liebe.
Fünfte Komponente der Liebe: Heitere Gelassenheit
Wir wissen um die Wechselfälle des Daseins und seinen
immer traurigen Ausgang, aber ebenso wissen wir, dass uns das
geliebte Wesen auf der Kreuzfahrt des Lebens begleiten wird.
Krankheiten, die Prüfungen des Lebens, alles wird uns
erträglich, wenn wir das geliebte Wesen an unserer Seite
haben, in guten wie in schlimmen Zeiten, in glücklichen wie
in schicksalsschweren Stunden.
(Übrigens gibt es zu den fünf Komponenten der Liebe auch
die passenden "Gegensätze", nämlich die fünf
Komponenten des Liebeskummers...) |