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Beziehungskrise: Paartherapie

Bei einer Krankheit versucht man meistens zunächst, sich selbst zu kurieren. Wenn sie aber schlimmer wird oder auch wenn man sich nicht mehr zu helfen weiß, geht man zum Arzt. Wenn die Beziehung krankt, ist das ganz genauso, und auch hier sollte man sich nicht scheuen, Hilfe aufzusuchen, wenn man selbst nicht mehr weiterweiß oder die Konflikte zu groß geworden sind, sodass man ihnen selbst alleine nicht mehr beikommt.

Paartherapien laufen wie andere Therapien auch so ab, dass der Therapeut zunächst versucht zu verstehen, worin die Konflikte bestehen und was mögliche Ursachen für diese Konflikte sein könnten. Danach geht es unter Anleitung des Therapeuten daran, diese Konflikte zu bearbeiten und Lösungen zu suchen.

» Typische Themen bei Paartherapien

Therapeuten unterscheiden sich in ihren Ausbildungen und dadurch auch in ihren Arbeitsweisen. Typische Ausbildungen und Arbeitsweisen in der Paartherapie sind:

  • Psychoanalytisch orientierte Therapeuten gehen davon aus, dass chronischen Paarkonflikten neurotische Dispositionen eines oder beider Partner zugrunde liegen, d.h. bestimmte Konflikte aus früheren Entwicklungsphasen nicht verarbeitet wurden und in der Paarbeziehung nun (erneut) zum Vorschein kommen.
  • Familientherapeutisch orientierte Therapeuten vermuten den Ausgangspunkt der Paarkonflikte in den Herkunftsfamilien der beiden Partner und gehen davon aus, dass ein "familiärer Grundkonflikt" besteht, den das Paar im Heute wiederbelebt.
  • Systemische Paartherapeuten stellen die Frage in den Mittelpunkt, durch welche "zirkulären Prozesse" die Konflikte des Paares aufrechterhalten werden, und analysieren dabei das Verhalten, die Interaktionsmuster und die sog. Wirklichkeitskonstruktionen.
  • Kommunikationspsychologisch orientierte Therapeuten versuchen, die Kommunikation der Partner zu verbessern (s.a. Kommunikation / "Ein partnerschaftliches Lernprogramm (EPL)" / "Konstruktive Ehe und Kommunikation (KEK)").

In der Paartherapie wird versucht, einen Rahmen zu schaffen, in dem beide Partner ihre Bedürfnisse, Ängste und Befürchtungen zum Ausdruck bringen und abklären können. Damit wird ein tieferes Verständnis der Partner für die Dynamik der Konflikte, die eigenen Anteile daran und die Persönlichkeit des jeweils anderen geschaffen, um schließlich eine neue Form von Beziehung mit mehr Toleranz, Offenheit und Nähe zu ermöglichen.

Es kann sich im Laufe der Therapie aber auch zeigen, dass eine Beendigung der Beziehung für beide oder einen der Partner die beste Lösung ist.

Während die Kosten vieler Therapien von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen werden, ist dies bei Paartherapien leider nicht der Fall, Behandlungen müssen also normalerweise selbst bezahlt werden. Die Kosten können sehr unterschiedlich sein, als Anhaltspunkt solltet ihr von ca. 100 Euro pro Therapiestunde (also 45 bis 50 min Dauer) ausgehen. Auch Beratungsstellen (beispielsweise Pro Familia) bieten Paartherapien an, mit möglicherweise geringeren Kosten.

Therapeuten mit einer anerkannten und geprüften Ausbildung findet ihr auf den folgenden Webseiten:

(Quellen: u.a. Wikipedia, Artikel "Paartherapie)

 

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